5.0
Basierend auf 418 Bewertungen
powered by Google

Wir machen nur Arbeitsrecht!

Ihre Kanzlei für Arbeitsrecht an Ihrer Seite. Das müssen Sie zum Thema Abfindung wissen

Da bei Erhalt einer Kündigung strenge Fristen einzuhalten sind, kontaktieren Sie uns umgehend!

Arbeitsrechtskanzlei Thomas Böttcher

Fachanwalt für Arbeitsrecht

Arbeitsrechtskanzlei Gera – Ihre Anwälte in Sachen Arbeitsrecht

Arbeitsrechtskanzlei
Thomas Böttcher

Fachanwalt für Arbeitsrecht

Abfindung bei Kündigung: Höhe berechnen, Steuern sparen, richtig verhandeln

„Wie viel Abfindung steht mir zu?“ – das ist die häufigste Frage nach einer Kündigung. Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf Abfindung. Und trotzdem erhält ein großer Teil der gekündigten Arbeitnehmer am Ende eine – weil die Abfindung fast immer das Ergebnis geschickter Verhandlung ist, nicht eines Automatismus.

Rechtsanwalt Thomas Böttcher, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Gera, verhandelt Abfindungen für Arbeitnehmer aus ganz Ostthüringen – außergerichtlich, im Aufhebungsvertrag und im Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Gera.

Wann besteht Anspruch auf eine Abfindung?

Nur in bestimmten Konstellationen gibt es einen echten Rechtsanspruch:

  • § 1a KSchG: Der Arbeitgeber kündigt betriebsbedingt und bietet im Kündigungsschreiben ausdrücklich eine Abfindung von 0,5 Bruttomonatsgehältern pro Beschäftigungsjahr an, wenn Sie auf die Klage verzichten. Achtung: Dieses Angebot ist nicht immer das beste – oft ist mehr drin.
  • Sozialplan: In Betrieben mit Betriebsrat regeln Sozialpläne bei Betriebsänderungen (Stellenabbau, Standortschließung) Abfindungsformeln für alle Betroffenen.
  • Auflösungsurteil (§§ 9, 10 KSchG): Das Arbeitsgericht löst das Arbeitsverhältnis gegen Abfindung auf, wenn die Kündigung unwirksam, die Fortsetzung aber unzumutbar ist.
  • Nachteilsausgleich (§ 113 BetrVG): Wenn der Arbeitgeber eine Betriebsänderung ohne Interessenausgleich durchzieht.
  • Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag: Vereinzelt enthalten Verträge oder Tarifwerke eigene Abfindungsregelungen.

In allen anderen Fällen gilt: Die Abfindung wird verhandelt – typischerweise nach Erhebung einer Kündigungsschutzklage, weil erst die Klage den nötigen Einigungsdruck erzeugt. Wie das funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite

Wie hoch ist die Abfindung? Die Faustformel – und was sie wirklich wert ist

Als Ausgangspunkt hat sich die Regelabfindung etabliert:

0,5 Bruttomonatsgehälter × Beschäftigungsjahre

Beispiel: 3.400 € brutto, 12 Jahre Betriebszugehörigkeit → 0,5 × 3.400 € × 12 = 20.400 €.

Diese Formel ist aber nur der Startpunkt der Verhandlung. Die tatsächliche Höhe hängt von Faktoren ab, die wir gezielt für Sie in die Waagschale legen:

Nach oben treiben die Abfindung:

  • Eine angreifbare Kündigung (Formfehler, fehlerhafte Sozialauswahl, unterbliebene Betriebsratsanhörung) – der wichtigste Hebel überhaupt
  • Annahmeverzugsrisiko des Arbeitgebers: Je länger ein Prozess dauern kann, desto teurer wird ein verlorenes Verfahren für ihn
  • Sonderkündigungsschutz (Schwerbehinderung, Elternzeit, Betriebsratsamt) – hier werden regelmäßig Faktoren von 1,0 und mehr pro Beschäftigungsjahr erzielt
  • Eile des Arbeitgebers, z. B. weil die Stelle im Zuge einer Umstrukturierung schnell und rechtssicher abgebaut werden soll
  • Lange Betriebszugehörigkeit, höheres Lebensalter, gute bisherige Leistungsbeurteilungen

Nach unten drücken sie:

  • Verstrichene Klagefrist (dann meist: gar keine Abfindung mehr)
  • Eine rechtlich „wasserdichte“ Kündigung
  • Wirtschaftliche Schieflage oder drohende Insolvenz des Arbeitgebers
  • Ein bereits angetretener neuer Job (schwächt das Annahmeverzugsargument – ist aber verhandlungstaktisch oft auffangbar)

Mehr als nur die Summe: Zum Verhandlungspaket gehören auch Beendigungszeitpunkt, bezahlte Freistellung, Resturlaub und Überstunden, Zeugnisnote, Bonus- und Provisionsansprüche, betriebliche Altersversorgung und Rückgabemodalitäten (Dienstwagen, Technik). Ein guter Vergleich optimiert das Gesamtpaket, nicht nur die Schlagzeile.

Abfindung und Steuern: Was bleibt netto übrig?

Die Abfindung ist lohnsteuerpflichtig, aber – und das ist die gute Nachricht – sozialversicherungsfrei: Auf eine echte Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes fallen keine Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an.

Die Fünftelregelung: Steuervorteil über die Steuererklärung sichern

Weil die Abfindung als zusammengeballte Einmalzahlung die Steuerprogression nach oben treibt, mildert die Fünftelregelung (§ 34 EStG) diesen Effekt: Die Abfindung wird steuerlich so behandelt, als flösse sie über fünf Jahre verteilt.

Wichtig seit 2025: Arbeitgeber wenden die Fünftelregelung nicht mehr direkt im Lohnsteuerabzug an. Der Steuervorteil ist dadurch nicht verloren – Sie machen ihn über Ihre Einkommensteuererklärung geltend und erhalten die Differenz erstattet. Wer das nicht weiß, verschenkt schnell mehrere tausend Euro. Wir weisen Sie beim Vergleichsschluss darauf hin und empfehlen bei größeren Summen die Abstimmung mit einem Steuerberater.

Gestaltungstipp: Der Auszahlungszeitpunkt lässt sich im Vergleich steuern. Eine Auszahlung im Folgejahr – wenn Ihr übriges Einkommen z. B. wegen Arbeitslosigkeit niedriger ausfällt – kann die Steuerlast erheblich senken. Auch das ist Teil unserer Verhandlungsführung.

So holen wir das Maximum heraus: Ablauf der Abfindungsverhandlung

  • Analyse: Wir prüfen die Angreifbarkeit der Kündigung und beziffern Ihr realistisches Abfindungsfenster – von der Untergrenze bis zum Optimalfall.
  • Druck aufbauen: Fristwahrende Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Gera; damit steht das Annahmeverzugsrisiko des Arbeitgebers im Raum.
  • Verhandeln: Außergerichtlich oder im Gütetermin – mit klarer Zielmarke, sozialrechtssicherer Vergleichsformulierung und Blick auf das Gesamtpaket (Zeugnis, Freistellung, Auszahlungszeitpunkt).
  • Absichern: Prüfung des Vergleichstextes auf Steuer- und ALG-Fallen vor Ihrer Zustimmung.

Häufige Fragen zur Abfindung (FAQ)

Habe ich nach 10 oder 20 Jahren Betriebszugehörigkeit automatisch Anspruch auf Abfindung?

Nein – die Dauer der Betriebszugehörigkeit begründet allein keinen Anspruch. Sie erhöht aber Ihren Kündigungsschutz und damit den Verhandlungswert erheblich: Bei langjährig Beschäftigten sind Kündigungen schwerer durchzusetzen, entsprechend höher fallen ausgehandelte Abfindungen aus.

 

Wie viel Steuern zahle ich auf 20.000 € Abfindung?

Das hängt von Ihrem übrigen Jahreseinkommen, der Steuerklasse und der Anwendung der Fünftelregelung ab – pauschal lässt sich das nicht seriös beziffern. Sozialversicherungsbeiträge fallen auf die Abfindung nicht an. Über die Fünftelregelung in der Steuererklärung und einen klug gewählten Auszahlungszeitpunkt lässt sich die Belastung oft deutlich senken.

 

Wie lange dauert eine Kündigungsschutzklage?

Endet das Verfahren im Gütetermin, sind es oft nur wenige Wochen. Streitige Verfahren bis zum Kammertermin dauern am Arbeitsgericht typischerweise mehrere Monate. Für Sie kann eine längere Dauer sogar vorteilhaft sein: Das Annahmeverzugsrisiko des Arbeitgebers wächst – und damit Ihre Verhandlungsposition.

Wird die Abfindung auf das Arbeitslosengeld angerechnet?

Auf die Höhe des ALG nicht. Gefährlich sind nur die Verkürzung der Kündigungsfrist (Ruhen des Anspruchs) und die Mitwirkung an der Beendigung ohne wichtigen Grund (Sperrzeit). Beides lässt sich durch die richtige Vergleichsgestaltung vermeiden.

 

Wird die Abfindung auf das Bürgergeld angerechnet?

Anders als beim ALG I: ja, beim Bürgergeld gilt die Abfindung grundsätzlich als zu berücksichtigendes Einkommen bzw. Vermögen. Wer absehbar auf Bürgergeld angewiesen sein wird, sollte die Vergleichsgestaltung vorab prüfen lassen.

Mein Arbeitgeber bietet mir eine Abfindung im Aufhebungsvertrag – annehmen?

Nicht ohne Prüfung. Erstens droht ohne wichtigen Grund eine ALG-Sperrzeit, zweitens liegt das erste Angebot erfahrungsgemäß unter dem, was mit Klagedruck erreichbar wäre. Lassen Sie den Entwurf prüfen, bevor Sie unterschreiben – danach ist der Vertrag bindend.

Kann ich auch nach Ablauf der 3-Wochen-Frist noch eine Abfindung aushandeln?

In aller Regel nicht mehr. Mit Ablauf der Klagefrist gilt die Kündigung als wirksam – Ihr wichtigstes Druckmittel entfällt. Genau deshalb: Erst Frist sichern, dann verhandeln.

Wir helfen Ihnen schnell und unkompliziert

Kündigung oder Aufhebungsvertrag erhalten?
Jetzt schnell handeln!

Bei einer Kündigung gelten kurze Fristen – melden Sie sich am besten sofort bei uns.

So erreichen Sie uns

HIER FINDEN SIE UNS

Verkehrsgünstige Lage: Direkt in der Innenstadt von Gera

Unsere Adresse:
Puschkinpl. 6, 07545 Gera

Sie erreichen uns schnell und unkompliziert. Wir freuen uns auf Sie!

Öffnungszeiten

Montag

08:30 - 18:00

Dienstag

08:30 - 18:00

Mittwoch

08:30 - 18:00

Donnerstag

08:30 - 18:00

Freitag

08:30 - 16:00

Wir rufen Sie zurück

KONTAKTIEREN SIE UNS

Jetzt Rückruf mit
Anwalt für Arbeitsrecht
vereinbaren

Nachdem Sie das Formular ausgefüllt haben, melden wir uns innerhalb der nächsten 24h bei Ihnen.

Nach oben scrollen